Veranstaltungskalender

Anything in here will be replaced on browsers that support the canvas element

News

Zoo und Stadt streiten um 2008,70 Euro

Zwischen dem Allwetterzoo und der Stadt Münster ist ein Streit entbrannt. Es geht um 2008 Euro und 70 Cent. Diese Summe möchte der Zoo von der Stadt haben als Ausgleich dafür, dass er Inhabern des Münster-Passes ermäßigte Eintrittspreise gewährt hat. Es geht ums Prinzip.

(MZ, 16.09.11)

Zwischen dem Allwetterzoo und der Stadt Münster ist ein Streit entbrannt. Es geht um 2008 Euro und 70 Cent. Diese Summe möchte der Zoo von der Stadt haben als Ausgleich dafür, dass er Inhabern des Münster-Passes ermäßigte Eintrittspreise gewährt hat. Es geht ums Prinzip.

 

Ein Zoobesuch geht ins Geld. Eine Familie mit zwei Kindern bezahlt 42 Euro Eintritt, bekommt dafür allerdings auch exotische Tiere hautnah präsentiert. Wer Sozialhilfe erhält, bekommt auch den Münster-Pass.

 

Mit ihm erhält die Familie in vielen Einrichtungen Ermäßigungen, auch im Zoo. Doch die fallen angesichts des hohen Preises gering aus: Ganze sieben Euro kann die vierköpfige Familie mit Münster-Pass sparen.

 

SPD ist verschnupft

 

Das Geld fehlt dem Allwetterzoo aber offenbar trotzdem so sehr, dass er sich mit der Politik anlegt. Bisher war es übliche Praxis, dass die Stadt dem Zoo die Kosten ersetzt, in diesem Fall wären es also 2008,70 Euro.

 

Der SPD im Sozialausschuss wurde es am Mittwochabend jedoch zu bunt. Vier Millionen Euro bekommt der Zoo jährlich von der Stadt als allgemeinen Zuschuss. In diesem Jahr genehmigte der Stadtrat nach langen Querelen zusätzlich 1,2 Millionen Euro für den Bau eines neuen Elefantenhauses.

 

Briefwechsel

 

Über die 2008 Euro gab es einen Briefwechsel zwischen Sozialamt und Zoo. Das Ergebnis: Der Zoo besteht auf die Ausgleichszahlung.

 

Es könne ?steuerliche und gemeinnützigkeitsrechtliche? Probleme geben. Außerdem bleibe er auf den Verlusten alleine sitzen, denn zwei Partner im Zoo (Pferdemuseum und Delphinarium), die regelmäßig Teile der Eintrittsgelder erhalten, würden sich bestimmt nicht an den Sparmaßnahmen beteiligen wollen, sondern auf die Einhaltung der Verträge pochen.

 

Gelächter im Ausschuss

 

Beanka Ganser (SPD) nutzte die Sitzung des Sozialausschusses dann für einen Appell an Zoochef Jörg Adler: ?Wer große Summen für große Tiere bekommt, sollte auch mal kleine Summen für kleine Menschen aufbringen.?

 

Dann müsse Adler halt eine Benefizaktion organisieren, um an die 2000 Euro zu kommen. Gelächter und Applaus im Ausschuss.

 

Zoo-Chef ist wütend

 

Jörg Adler mochte am Donnerstag nicht mitlachen. Er fühlt sich von der Politik ungerecht behandelt. ?Wir sind nicht die Melkkuh der Stadt?, sagte er gegenüber der MZ. Drei Kürzungsrunden habe der Zoo über sich ergehen lassen müssen. Das Elefantenhaus müsse er mit 3,8 Millionen Euro selbst finanzieren, weil sich die Stadt nur zu 25 Prozent an den Kosten beteilige (Adler: ?Ein Unding?). Auf das Geld vom Münster-Pass könne er deswegen nicht verzichten. ?Es macht mich wütend, dass finanziell immer auf uns herumgehackt wird?, sagte der Zoochef.

 

Gleichwohl sandte er am Donnerstag ein Angebot in Richtung Stadt: ?Wir können noch einmal über die Ausgleichszahlung reden. Aber dann will ich endlich einmal eine klare grundsätzliche Aussage der Politik bekommen: Was ist uns der Zoo wert in Münster??

 

Stefan Bergmann, Münstersche Zeitung - 16.09.2011