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Straßennamen: Münster setzt auf Transparenz und historische Verantwortung

In kaum einer anderen Stadt dürften sich Bürgerschaft, Politik und Verwaltung so gründlich wie in Münster mit den Namensgebern von Straßen und ihre mögliche aktive Unterstützung des NS-Regimes befassen. Auf Grundlage der Empfehlungen einer Expertenkommission werden Quellen und Dokumente für jedermann zugänglich gemacht. Ab dem 26. Januar befragt die Stadt die Bürgerinnen und Bürger nach ihrer Meinung. Parallel läuft eine Ausstellung im Rathaus.

In kaum einer anderen Stadt dürften sich Bürgerschaft, Politik und Verwaltung so gründlich wie in Münster mit den Namensgebern von Straßen und ihre mögliche aktive Unterstützung des NS-Regimes befassen. Auf Grundlage der Empfehlungen einer Expertenkommission werden Quellen und Dokumente für jedermann zugänglich gemacht. Ab dem 26. Januar befragt die Stadt die Bürgerinnen und Bürger nach ihrer Meinung. Parallel läuft eine Ausstellung im Rathaus. Dazu kommen Infoabende, eine Podiumsdiskussion und eine Homepage im Internet. Anschließend werden die zuständigen Bezirksvertretungen über die mögliche Umbenennung von Straßen entscheiden; zum Hindenburgplatz wird der Rat (voraussichtlich am 21. März) einen Beschluss fassen.

 

Aus Bürgerschaft und Politik liegen mehrere Anträge zur Umbenennung von Straßen vor, über die nach intensiver öffentlicher Diskussion die Politik zu entscheiden hat. Oberbürgermeister Markus Lewe: "Münster als Stadt des Westfälischen Friedens hat eine besondere Verantwortung für den Umgang mit Geschichte. Dazu gehört: sorgfältiger Umgang mit historischen Quellen, Berücksichtigung neuer Forschungsergebnisse, Transparenz in der Meinungsbildung. Auf dieser Basis können der Rat und die Bezirksvertretungen am Ende so entscheiden, dass alle in dieser Stadt die Beschlüsse nachvollziehen können - einschließlich derer, die vielleicht anders entschieden hätten."

 

Grundlage der Diskussion sind die Empfehlungen einer vom Rat eingesetzten Expertenkommission. Danach sollen acht Straßen umbenannt werden. In einem Fall soll keine Umbenennung erfolgen, zwei Straßen sollen eine Hinweistafel erhalten. Die Empfehlungen der Kommission erläutert vom 26. Januar bis 16. März die Ausstellung "Ehre, wem Ehre gebührt?!" in der Bürgerhalle des Rathauses. Unter demselben Titel wurde bereits eine Homepage mit vielen Quellen und Dokumenten in Münsters Internetportal freigeschaltet (www.muenster.de/stadt/strassennamen).

 

Weitere Termine: Am 26. Januar, 20 Uhr, informieren die Historiker Prof. Dr. Alfons Kenkmann und Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer im Stadtbezirk Ost über betroffene Straßennamen. Am 9. Februar, 20 Uhr, folgt ein entsprechender Infoabend für den Bezirk Mitte. Für 29. Februar, 18.30 Uhr, ist eine Podiumsdiskussion im Festsaal des Rathauses angesetzt.

 

5250 Münsteranerinnen und Münsteraner erhalten Fragebogen

 

Die Weichen für diese Informations- und Diskussionsphase zu den Empfehlungen der Kommission hat der Ältestenrat gestellt. Er beauftragte die Stadtverwaltung auch, mit einer Bürgerumfrage zusätzliche Informationen für die politische Meinungsbildung zu gewinnen. Für die schriftliche Befragung "Ehrung von Personen durch Straßenbenennungen" wurden 5250 Bürgerinnen und Bürger über 18 Jahren nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Sie erhalten den Fragebogen ab dem 26. Januar mit der Bitte um Rücksendung bis zum 15. Februar.

 

Vor dem Hintergrund neuerer Forschungsergebnisse fragt die Stadt: Besteht heute noch ein Anlass, Hindenburg durch die Namensgebung für den größten Platz Münsters zu ehren? Wie soll verfahren werden, wenn die Namensgeberinnen und Namensgeber von Straßen und Wegen nachweislich das NS-Regime unterstützt haben? Aber auch die grundsätzliche Haltung zur Ehrung von Personen durch Straßennamen wird behandelt, um unabhängig von den aktuell zur Entscheidung anstehenden Fragen ein Meinungsbild für zukünftiges Handeln zu erhalten.

 

Die Teilnahme an der Umfrage ist freiwillig. Die Angaben werden anonym ausgewertet und nur nach Themen zusammengefasst veröffentlicht. Die im Fragebogen erbetenen statistischen Angaben, wie beispielsweise zum Alter, zum Geschlecht und zum Stadtteil, dienen ausschließlich zur Absicherung der Repräsentativität der Erhebung. Die Auswertung der Umfrage soll Anfang März vorliegen. In Kenntnis der Umfrageergebnisse wird die Verwaltung zeitnah eine Ratsvorlage zur Beratung und Beschlussfassung zum Thema Hindenburgplatz erstellen.

 

Pressemitteilung Stadt Münster