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SPD setzt wichtiges Thema auf die politische Tagesordnung: Kinderarmut in Münster

Im Kommunalwahlkampf 2009 rückte Wolfgang Heuer ein Thema in den Mittelpunkt. das ansonsten in einer reichen Stadt wie Münster eher an den Rand gedrängt wird. Wenige Tage vor dem Wahltermin präsentierte der damalige OB-Kandidat der SPD ein "16-Punkte-Programm zur Bekämpfung von Kinderarmut und Jugendarbeitslosigkeit". Wie wichtig dieses Anliegen für Heuer und die SPD ist, zeigte sich nur wenige Wochen nach der Wahl. Als eine der ersten politischen Initiativen forderte die SPD in einem Leitantrag gemeinsam mit den anderen Vertretern des Sechser-Bündnisses ein städtisches Maßnahmeprogramm gegen die Kinderarmut. Als öffentlichkeitswirksame Auftaktveranstaltung sollte zudem zügig ein Expertenhearing organisiert werden. Dieses fand nun Ende der letzten Woche im Rathaus statt.

Im Kommunalwahlkampf 2009 rückte Wolfgang Heuer ein Thema in den Mittelpunkt. das ansonsten in einer reichen Stadt wie Münster eher an den Rand gedrängt wird. Wenige Tage vor dem Wahltermin präsentierte der damalige OB-Kandidat der SPD ein "16-Punkte-Programm zur Bekämpfung von Kinderarmut und Jugendarbeitslosigkeit".

 

Wie wichtig dieses Anliegen für Heuer und die SPD ist, zeigte sich nur wenige Wochen nach der Wahl. Als eine der erstzen politischen Initiativen forderte die SPD in einem Leitantrag gemeinsam mit den anderen Vertretern des Sechser-Bündnisses ein städtisches Maßnahmeprogramm gegen die Kinderarmut. Als öffentlichkeitswirksame Auftaktveranastaltung sollte zudem zügig ein Expertenhearing organisiert werden, um die momentane Situation zu beleuchten und Perspektiven für die betroffenen Kinder und Jugendliche aufzuzeigen.

 

Dieses Hearing fand nun Ende der letzten Woche im Rathaus statt. Dabei waren sich alle Fachleute und Parteien einig, dass dringender Handlungsbedarf besteht, um allen Kindern in unserer Stadt Chancen auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Bleibt zu hoffen, dass jetzt den Worten auch Taten folgen - auch und gerade angesichts der notwendigen Konsolidierung des städtischen Haushalts.

 

Die westfälischen Nachrichten berichteten ausführlich über das Hearing zur Bekämpfung der Kinderarmut in Münster:

 

Frei von Armut aufwachsen

 

Von sechs münsterischen Kindern, die einem auf der Straße begegnen, lebt eins von Hartz IV. Als arm gelten aber noch mehr, nämlich jene Jugendlichen, deren Eltern zu den ?Working Poor? zählen, die arbeiten, aber knapp unter Sozialhilfe-Niveau verdienen. Mit diesen Kindern befasste sich gestern ein Hearing im Rathaus, zu dem die Ausschüsse für Kinder, Jugend und Familie, Soziales und Gesundheit sowie Schule und Weiterbildung Experten geladen hatten.

 

?Unser Ziel sollte es sein, Kinder frei von Armut aufwachsen zu lassen?, erklärte dabei die Geschäftsführerin des Paritätischen, Gabriele Markerth. Arme Kinder hätten schlechtere Bildungschancen, seien öfter krank und würden in der Schule sieben Mal häufiger zurückgestellt. Hinzu komme die soziale Auslese, die sie ins Abseits stelle, und die sich an Faktoren wie Taschengeld, Klassenfahrten und Sportangeboten ausweise.

 

 

Für Dr. Ulrich Thien, beim Diözesan-Caritasverband für das Thema Armut zuständig, kommt es darauf an, das Spektrum vorhandener Hilfen und Angebote zu vernetzen. ?Kommen die Maßnahmen wirklich an??, fragte er.

 

Tatsächlich müssten Zugangshindernisse abgebaut und ein Handlungsinstrumentarium aufgestellt werden. Ein Handlungskonzept zur Armutsprävention liege noch nicht vor.

 

Zum Hearing war dank eines Ratsantrags des Six-Packs eingeladen worden, in dem Ende 2009 noch der ?Anstieg der Arbeitslosigkeit? als dräuende Gefahr gezeichnet wurde. Die hat sich bekanntlich anders entwickelt.

 

Dennoch wies auch die Frankfurterin Gerda Holz vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik darauf hin, dass Armut und Ausgrenzung in den meisten Fällen Folge von Langzeiterwerbslosigkeit und Überschuldung sind. ?Die Hauptursachen?, so Holz, ?liegen im Erwerbsbereich - und nicht, wie oft behauptet, im Verhalten der Eltern.?

 

Die fünf wichtigsten Risikofaktoren seien Migration, Alleinerziehen, fehlende Bildung, der mangelnde Sozialraum und Kinderreichtum.

 

Dem Expertengespräch schlossen sich Gespräche mit Praktikern an, die etwa in Coerde und Kinderhaus vorbildliche Integrations- und Präventionsarbeit leisten.

 

Für Sozialdezernent Thomas Paal kommt es nun darauf an, Handlungskonzepte zu erstellen, um konkret vorgehen zu können. Viele der von den Experten vorgeschlagenen Heilmethoden gegen die Armut gebe es bereits in Münster.

 

Günter Benning, Westfälische Nachrichten - 10.07.2010