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Schalom, Yeliz!

Eine berufliche Herausforderung der besonderen Art erwartet Yeliz Tolan: Die frühere Vorsitzende der münsterischen Jusos wird ab August Leiterin des Willy-Brand-Zentrums (WBZ) in Jerusalem. Die SPD Münster gratuliert Yeliz zu dieser tollen, aber sicherlich auch sehr schwierigen Aufgabe und wünscht ihr alles Gute!!!

Eine berufliche Herausforderung der besonderen Art erwartet Yeliz Tolan: Die frühere Vorsitzende der münsterischen Jusos wird ab August Leiterin des Willy-Brand-Zentrums (WBZ) in Jerusalem. Die SPD Münster gratuliert Yeliz zu dieser tollen, aber sicherlich auch sehr schwierigen Aufgabe und wünscht ihr alles Gute!!!

 

Die Münstersche Zeitung berichtet in ihrer heutigen Ausgabe über Yeliz Tolan und ihre Vorbereitungen auf die Arbeit in Jerusalem.

 

 

Im Meer der Konflikte

 

Yeliz Tolan (26) muss gute Nerven haben. "Wir haben eine Stunde Zeit für das Interview", sagt sie. Es ist 14.30 Uhr. Um 16 Uhr beginnt ihre Examensprüfung im Fach Kommunikationswissenschaft. Es ist die letzte Prüfung in Yeliz Tolans Studium.

 

Wahrscheinlich braucht man gute Nerven, wenn man in eine Stadt zieht, in der sich die Menschen längst daran gewöhnt haben, dass hin und wieder ein Bus oder ein Straßencafé in die Luft gesprengt wird. Yeliz Tolan zieht nach Jerusalem. Die Münsteranerin mit türkischem Vater wird dort das Willy-Brandt-Zentrum (WBZ) leiten - eine "Insel des Dialogs in einem Meer, in einer Region schwerer Konflikte." So nannte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul die Begegnungsstätte im vergangenen Jahr.

 

An der grünen Linie

 

Zehn Jahre zuvor, im Jahr 1996, hatten deutsche, israelische und palästinensische Jungsozialisten in der palästinensischen Stadt Ramallah (Westjordanland) ihre Unterschrift unter den Gründungsvertrag gesetzt. Seitdem ist das Zentrum an der grünen Linie zwischen Ost- und Westjerusalem ein Ort, an dem israelische und palästinensische Jugendliche miteinander reden und miteinander streiten können, aber immer mit Worten.

 

Yeliz Tolan hätte vor einem Jahr vielleicht milde geschmunzelt, wenn man ihr gesagt hätte, dass sie das Zentrum im kommenden Jahr leiten würde. Sie war selbst zweimal dort gewesen, hatte an Kursen teilgenommen und war fasziniert zurückgekehrt. Als die Stelle ausgeschrieben wurde, bewarb sie sich. Und wenn sie das erzählt, ganz leicht und mit einem Lächeln, klingt es ein wenig so, als hätte sie den Job ganz plötzlich einfach gehabt. Und bald geht es los - nichts weiter.

 

Tatsächlich waren die vergangenen Monate ungeheuer kompliziert für die junge Frau. Sie verbrachte einige Zeit in Bonn, um sich in der Theorie auf ihre neue Aufgabe vorzubereiten. Sie hat sechs Wochen lang in Jerusalem gelebt, um sich einzuarbeiten. Und dann war da noch das Studium. Nur: Eine Uni-Prüfung, sagt Yeliz, könne sie gerade wirklich nicht beunruhigen.

 

Komplizierter Alltag

 

In Jerusalem wird sie vor größeren Problemen stehen - als Moderatorin zwischen Jugendlichen von verfeindeten Seiten, die oft zum ersten Mal mit den "Anderen" sprechen. Man spricht über Alltägliches, wenn man sich nicht kennt. Und dabei werden die Unterschiede schnell sichtbar. Zum Beispiel, wenn es ums Reisen geht: "Die israelischen Jugendlichen können reisen", sagt Yeliz Tolan, "die palästinensischen würden gerne."

 

Ralf Heimann - Münstersche Zeitung, 17. Juli 2007