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Rat hat entschieden: Der Hindenburg-Bürgerentscheid kommt

Der Rat der Stadt Münster hat sich gegen die Rückbenennung des Schlossplatzes in Hindenburgplatz ausgesprochen. 62 Ratsmitglieder stimmten für die Beibehaltung des Schlossplatzes, 14 votierten dagegen - alle aus den Reihen der CDU. Damit ist das Ergebnis deutlicher ausgefallen, als noch im März. (MZ, 28.06.12)

Der Rat der Stadt Münster hat sich gegen die Rückbenennung des Schlossplatzes in Hindenburgplatz ausgesprochen. 62 Ratsmitglieder stimmten für die Beibehaltung des Schlossplatzes, 14 votierten dagegen - alle aus den Reihen der CDU.

 

Damit ist das Ergebnis deutlicher ausgefallen, als noch im März. Damals stimmten 53 Ratsmitglieder in geheimer Wahl für den Schlossplatz, 23 waren dagegen. Nun müssen am 16. September die Bürger der Stadt Münster über den Namen entscheiden.

 

Lewe sieht Herausforderung

 

Oberbürgermeister Markus Lewe bezeichnete das anstehende Bürgerbegehren als Herausforderung für die Stadt und seine Bürger. "Ich habe in meinem Amtseid versprochen, Gefahren von dieser Stadt abzuwenden und jetzt sehe ich diese Gefahren für den guten Ruf dieser Stadt", so Lewe.

 

Stefan Leschniok von der Initiative "Pro Hindenburgplatz" kritisierte in seiner kurzen Rede die Sichtweise des Rates, denn schließlich sei Geschichte nicht nur das, was einem gefalle.

 

Rückbenennung ein Desaster

 

"Die weichgespülte Rede von Herrn Leschniok hat mich nicht überzeugt", konterte SPD-Fraktionschef Holger Wigger. Hindenburg stehe nun mal für einfältige Dummheit. "Es wäre ein Desaster, wenn wir den Wegbereiter des Nationalsozialismus durch die Rückbenennung nochmals ehren", betonte Wigger.

 

Auch FDP, Grüne, Linke und Piraten sprachen sich deutlich gegen einen Hindenburgplatz aus. "Wir werden bis zum Bürgerentscheid die Zeit nutzen, um allen deutlich zu machen, dass die FDP gegen einen Hindenburgplatz ist", sagte die FDP-Fraktionsvorsitzende Carola Möllemann-Appelhoff.

 

Die Grünen in Person von Carsten Peters betonten, dass sie nun bis zum 16. September kämpfen wollen, denn ein Hindenburgplatz wäre eine Ehrung für einen Mann, der seiner Aufgabe, die damalige Demokratie zu schützen, nicht nachgekommen sei.

 

Christoph Ueberfeld, MZ, 28.06.2012