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Nordwestschleife Kinderhaus: SPD schließt Teil-Abriss nicht aus

Die SPD will den Wohnungseigentümern Babcock + Brown und Nau Group ein letztes Ultimatum stellen, ihren maroden Wohnungsbestand zu sanieren. Sollte das nicht fruchten, müsse die Stadt eine Sanierungssatzung für die Schleife erlassen, fordern die Sozialdemokraten in einem Antrag an den Rat. Dabei wird auch ein Abriss einzelner Häuser nicht ausgeschlossen. (MZ 17.03.09)

Die SPD will den Wohnungseigentümern Babcock + Brown und Nau Group ein letztes Ultimatum stellen, ihren maroden Wohnungsbestand zu sanieren. Sollte das nicht fruchten, müsse die Stadt eine Sanierungssatzung für die Schleife erlassen, fordern die Sozialdemokraten in einem Antrag an den Rat. Dabei wird auch ein Abriss einzelner Häuser nicht ausgeschlossen.

 

"Wir haben genug von der Hinhaltetaktik dieser beiden Wohnungseigentümer", sagt Wolfgang Heuer, Chef der SPD-Ratsfraktion. Sein Kollege in der Bezirksvertretung Nord, Jochen Frese, betont: "Die Mieter sollen wissen, hier passiert jetzt endlich was".

 

Was passieren wird, sagt Heuer, hänge dabei maßgeblich von der Bereitschaft der Eigentümer Babcock und Nau ab, in ihren Wohnungsbestand massiv zu investieren. "Natürlich", so Heuer, "hegen wir unsere Zweifel, dass in den Unternehmen überhaupt genug Geld und die Bereitschaft vorhanden ist". Die vom Chef-Verwalter der Babcock-Wohnungen in Aussicht gestellten 1,5 Millionen Euro würden jedenfalls bei weitem nicht ausreichen, sagt Heuer. Bis zur Sommerpause, so die Sozialdemokraten, müsse man wissen, woran man sei.

 

Vorsorglich, auch das fordert der Antrag, der am Dienstag (24. März) in der Bezirksvertretung Nord und einen Tag später im Rat behandelt werden soll, solle die Stadt vorbereitende Untersuchungen für den Erlass einer Sanierungssatzung einleiten. Ein Instrument, dass der Stadt bei Nicht-Tätigwerden der Wohnungsbesitzer die Möglichkeit geben würde, selbst Firmen mit der Sanierung der 685 Wohnungen zu beauftragen. Auch solle die Stadt Voraussetzungen und Rahmenbedingungen klären, unter denen die Wohnungen der beiden Eigentümer angekauft werden könnten. Eine Übernahme des maroden Wohnungsbestandes könne auch, sagen Heuer, Frese und die Ratsfrau Anne Hakenes, durch eine "Auffanglösung" unter Beteiligung einer oder mehrerer der vor Ort tätigen Wohnungsunternehmen geschehen. Grundsätzlich sehe man die Übernahme der maroden Wohnungen als Endziel, sagt Heuer: "Wir halten den Eigentümerwechsel für möglich, es ist möglicherweise der Schlüssel, um zu durchgreifenden Änderungen zu kommen."

 

Bessere Wohnbedingungen schaffen

 

In ihrem Antrag "Handlungskonzept Nordwestschleife" fordern die Sozialdemokraten auch einen Umbau der Schleife. Man müsse Wohnbedingungen schaffen, sagt Hakenes, die deutlich attraktiver sind, als die heutigen. Denkbar sei, so Heuer, "dass einige Wohnblöcke auf Dauer nicht erhalten und dass Geschosszahlen reduziert werden". So ein Stadtumbau habe in anderen Städten auch funktioniert - warum also nicht in Kinderhaus?

 

Zudem sprechen sich die Sozialdemokraten für die Einrichtung einer so genannten "Clearingstelle" aus, in denen Mieter sich Rat holen können. So eine Anlaufstelle könnte vom Amt für Wohnungswesen, aber auch von Mieterschutzvereinen betrieben werden.

 

Stephan Oerter - Münstersche Zeitung, 17.03.09