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Josefschule: Stadt soll Verkauf prüfen

Münsters SPD ist offenbar fest entschlossen, die 2006 abrupt beendete Diskussion über die sogenannte Schulentwicklungsplanung neu zu beleben. Dr. Michael Jung, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, bestätigte gestern auf Anfrage, dass seine Partei einen weitreichenden Antrag in den Rat einbringen möchte. (WN, 02.12.09)

Münsters SPD ist offenbar fest entschlossen, die 2006 abrupt beendete Diskussion über die sogenannte Schulentwicklungsplanung neu zu beleben. Dr. Michael Jung, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, bestätigte gestern auf Anfrage, dass seine Partei einen weitreichenden Antrag in den Rat einbringen möchte.

 

Konkret soll die Stadtverwaltung beauftragt werden, zu prüfen, ob es Sinn macht, die Josefschule an der Hermannstraße im Südviertel aufzugeben und das Grundstück künftig für Wohnungen zu nutzen. ?Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, Kosten zu sparen und gleichzeitig die Schulsituation zu verbessern?, so Jung.

 

Zum Hintergrund: Die Stadt hat vor einigen Jahren den Betrieb einer Grundschule in dem zentral gelegenen Gebäude der Josefschule aufgegeben. Seitdem nutzen verschiedene andere Schulen Teile des Gebäudes. Sprich: Sie haben einzelne Klassen an die Hermannstraße ausgelagert, was laut SPD auch unter pädagogischen Gesichtspunkten nicht optimal ist.

 

Der SPD-Vorstoß geht von der Annahme aus, dass der Verkaufserlös der städtischen Immobilie an der Hermannstraße die Stadt in die Lage versetzen könnte, den betreffenden Schulen, die derzeit das Gebäude nutzen, zu neuen Klassenräumen an ihrem Hauptstandort zu verhelfen. Dr. Jung hofft auf viele Vorteile: ?Wir würden so möglicherweise den Flächenbedarf verringern und den Organisationsaufwand senken.?

 

Wie in Ratskreisen zu hören ist, soll diesem vergleichsweise ?harmlosen? Antrag eine tiefer gehende Diskussion über eine verbesserte Nutzung von Schulgebäuden in Münster folgen. Bekanntlich bindet der große Pool an Schulen Millionenbeträge im Haushalt, zugleich machen die sinkenden Schülerzahlen ein neues Nachdenken über die Zusammenlegung von Schulen erforderlich.

 

Der Schwenk in der Schulpolitik darf, wie in der SPD zu hören ist, als ?Auszug aus der Oppositionsrolle? gewertet werden, so ein Insider. Wegen der unklaren Mehrheitsverhältnisse weigerten sich alle acht Ratsparteien in den vergangenen Wochen ausnahmslos, politische Verantwortung zu übernehmen. Dieser Schwebezustand löste in der Stadtverwaltung große Befürchtungen aus.

 

Klaus Baumeister - Westfälische Nachrichten, 02.12.09