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Hafenforum: Lebhafte Diskussion beim letzten Termin

?Wir werden keine Politik gegen die Eigentümer machen. Aber angesichts dieses Forums werden die Eigentümer ihre Pläne ändern müssen?. Dieser Satz von Wolfgang Heuer (SPD) beendete eine Diskussion, die sich am Schluss des gestrigen letzten Hafenforum-Termins entspann. Plant die Stadt zu sehr im Sinne von Investoren?

"Wir werden keine Politik gegen die Eigentümer machen. Aber angesichts dieses Forums werden die Eigentümer ihre Pläne ändern müssen." Dieser Satz von Wolfgang Heuer (SPD) beendete eine Diskussion, die sich am Schluss des gestrigen letzten Hafenforum-Termins entspann. Plant die Stadt zu sehr im Sinne von Investoren?

 

Diesen Vorwurf musste sich Stadtdirektor Hartwig Schultheiß aus dem Plenum gefallen lassen. Vorausgegangen war die Befürchtung eines Teilnehmers, dass viele der in den Foren besprochenen Wünsche doch nicht berücksichtigt würden, weil im Hintergrund mit den Investoren im Hafen schon andere Verabredungen getroffen worden seien. Schultheiß hatte sich vor einigen Tagen öffentlich negativ über eine mögliche Brücke über das Hafenbecken geäußert, die jedoch von der Mehrzahl der Hafenanwohner gewünscht wird.

 

Schultheiß deklarierte dies als seine Privatmeinung und sagte: ?Bei uns haben nicht die Investoren das Heft in der Hand, sondern die Politiker. Auch bei diesen wichtigen Planungen werden wir uns gegenüber den Investoren durchsetzen.?

 

25 Stunden Diskussion

 

Zusammengenommen fast 25 Stunden hatten mehrere Hundert Anwohner im vergangenen Jahr über die künftigen Planungen im Hafenviertel diskutiert. In den groben Zielen war man sich dann weitestgehend einig: Ein Teil der Osmo-Hallen soll erhalten bleiben, das Einkaufszentrum darf kommen ? hier gab es Gegenstimmen ?, allerdings nicht in der vorgesehenen Größe. Der Hafen braucht ein sozio-kulturelles Stadtteilzentrum und Parkplätze am besten am gegenüberliegenden Ufer. Über die neue Brücke könnten die Menschen direkt übers Wasser gen Kreativkai laufen. Das Wasser solle frei zugänglich bleiben, im neuen Wohnviertel sollen Wohnungen entstehen, die sich auch Menschen mit geringem oder gar keinem Einkommen leisten können.

 

?Wie wollen Sie das gegenüber den Investoren, die die Fläche ja schon gekauft haben, durchsetzen??, fragte ein junger Mann. Diese Frage war die Initialzündung für die Debatte über die Glaubwürdigkeit von Politik und Verwaltung. Stadtplanungschef Christian Schowe versprach, mittels städtebaulicher Verträge zwischen Stadt und Investoren die Art der Wohnbebauung zu regeln.

 

Visionen der Bürger

 

Wie alle Wünsche der Anwohner unter einen Hut zu bringen seien, darüber machten sich gestern viele Besucher des letzten Hafenforums Gedanken. Ein Vorschlag: einen Teil der alten Hallen erhalten und darin das Einkaufszentrum und das Stadtteilzentrum unterbringen. Max Stroetmann, Bauherr des Einkaufszentrums, saß in der letzten Reihe und tippte wild auf seinem Telefon, während die Besucher Visionen ersannen.

 

Nach der Sommerpause nun wollen Stadtverwaltung und Politik einen Masterplan vorlegen, der die Wünsche der Anwohner und der Investoren weitestgehend berücksichtigt. Doch eines sei jetzt schon klar, so Wolfgang Heuer in Richtung der künftigen Bauherren: ?Das, was auf dem Tisch liegt, kann so nicht umgesetzt werden.?

 

Stefan Bergmann, MZ, 01.06.2011