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Hafenforum: Die Bürger reden mit

Auf große Resonanz traf gestern Abend das erste städtische "Hafenforum". Zu der maßgeblich von der SPD-Ratsfraktion initiierten Veranstaltung kamen mehr als 450 Menschen, um über die Zukunft dieses wichtigen Entwicklungsbereichs in unserer Stadt zu diskutieren und mitzureden. Nach diesem gelungenen Auftakt werden im November und voraussichtlich März weitere öffentliche Plattformen für das Gespräch zum Hafen folgen.

Auf große Resonanz traf gestern Abend das erste städtische "Hafenforum". Zu der maßgeblich von der SPD-Ratsfraktion initiierten Veranstaltung kamen mehr als 450 Menschen, um über die Zukunft dieses wichtigen Entwicklungsbereichs in unserer Stadt zu diskutieren und mitzureden. Nach diesem gelungenen Auftakt werden im November und voraussichtlich März weitere öffentliche Plattformen für das Gespräch zum Hafen folgen.

 

Hier der Bericht der MZ zum Abend:

 

Hafenforum: Anwohner wollen Vielfalt erhalten

 

Meinungsbild ist klar: Die Anwohner des Hafenviertels wollen die Vielfalt in ihrem Quartier erhalten. Wohnen, arbeiten, Platz für Kultur und Party, aber auch viel Freiraum, nicht mehr Verkehr - und vor allem kein neues Einkaufszentrum: Das waren die zentralen Forderungen beim ersten Hafenforum am Donnerstagabend.

 

Über 400 Menschen waren in die Mehrzweckhalle der Stadtwerke gekommen. Die Politik und die Stadt wollte von ihnen erfahren, wie sie sich das Hafenviertel künftig vorstellen. Drei Stunden lang diskutierten die Anwohner, hörten einem Vortrag vom städtischen Planungschef Christian Schowe, schrieben Meinungskärtchen und pappten sie an Stellwände. Die Forderungen: Alle ähnlich. Das Viertel ist sich einig. Allzuviel soll sich nicht ändern an ihrem Hafen. Er hat schon Veränderungen genug mitgemacht.

 

Keine Rebellion

 

"Es geht uns nicht um Rebellion oder Umsturz bestehender Verhältnisse, sondern darum, mit Mut vorzudenken, wie sich der Hafen entwickeln könnte" - mit dieser programmatischen Aussage hatte Moderatorin Elke Frauns das erste Hafenforum in den Stadtwerken eingeleitet. Rebellion lieferten die Besucher nicht. Nur einige wenige verließen bereits kurz nach Beginn das Forum und schimpften. Zu diesem Zeitpunkt hatten die meisten bereits eine halbe Stunde lang den Ausführungen Schowes gelauscht.

 

Das Forum erstritten

 

"Mit dem Forum erfüllen wir einen Wunsch der Bürger", hatte Schowe zuvor gesagt. Doch dass die Bürger überhaupt in dieser Form darüber mitreden dürfen, hatten sie sich mit vielen Forderungen erstritten - und fanden schließlich Unterstützung der Sixpack-Koalition aus SPD, Grünen & Co. im Stadtrat. Gegen den Willen der Stadtverwaltung, gegen CDU und FDP hatten die Mitte-Links-Parteien das Forum durchgesetzt.

 

Viele Meinungsverschiedenheiten

 

Diskussionspunkte gibt es genug: Der Bau eines Einkaufszentrums am Hafenweg, die künftige Nutzung der verschiedenen Bereiche für Wohnen, Kultur, Gewerbe oder Event, die Frage, ob die alten OSMO-Hallen erhalten werden sollen oder nicht: Die Meinung vieler Bürger geht mit der Meinung vieler Politiker zurzeit überkreuz. Auch das einst konsensfähige Projekt "Wohnen am Wasser" der Architekten Kresing und Deilmann steht bereits seit langem auf dem Prüfstand. Unter Anwohnern ist es nicht sonderlich beliebt. Der Abend zeigte: Die derzeitigen Planungen der Stadt und die Wünsche der Bürger haben wenig Gemeinsamkeiten.

 

Politik will Meinungen beachten

 

Die Ergebnisse des aktuellen und der folgenden Hafenforen sollen in die politische Beschlussfassung einfließen, haben SPD, Grüne, UWG, ÖDP, Linke und der Pirat versprochen. Am heutigen Abend steht Grundsätzliches auf dem Programm: Ein "fachlicher Impuls" in einstündiger Länge von Stadtentwicklungsamtsleiter Christian Schowe, mehrere Arbeitsstationen, an denen die Besucher ihre Meinung abgeben können, ein Plenum zum Schluss.

 

Stefan Bergman, MZ, 01.10.2010