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"Grundsätzlich nicht tragbar": Übergangswohnungen Schwarzer Kamp

?Ein durchgehend trauriges Bild, was den Zustand betrifft... .? Wolfgang Heuer nimmt bei der Beurteilung der Wohnsituation in den städtischen Obdachlosenunterkünften am Schwarzen Kamp kein Blatt vor den Mund. Die dortigen Wohnverhältnisse seien ?grundsätzlich nicht tragbar?, unterstreicht der Chef der SPD-Ratsfraktion. (WN, 22.06.11)

?Ein durchgehend trauriges Bild, was den Zustand betrifft.... .? Wolfgang Heuer nimmt bei der Beurteilung der Wohnsituation in den städtischen Obdachlosenunterkünften am Schwarzen Kamp kein Blatt vor den Mund. Die dortigen Wohnverhältnisse seien ?grundsätzlich nicht tragbar?, unterstreicht der Chef der SPD-Ratsfraktion. Diese verschaffte sich am Montagabend zusammen mit Helmut Scheuer vom Mecklenbecker Sozialkreis vor Ort ein eigenes Bild von den Heimblocks.

 

Die Sozialdemokraten waren einer Einladung von Matthias K. gefolgt, der - wie berichtet - seit einem Jahr mit seiner sechsköpfigen Familie, einem Hund und einer Katze in einer 89 Quadratmeter großen Wohnung am Schwarzen Kamp 59 untergebracht ist. K. gab den Gästen Einblick in die Situation seiner Familie und wies sie auf die aus seiner Sicht menschenunwürdige Unterbringung und die Vielzahl von Mängeln in den Obdachlosenunterkünften hin. Die SPD-Politiker nahmen seine Wohnung und das Umfeld kritisch in Augenschein.

 

Es gebe zahlreiche erkennbare Mängel - angefangen vom Putz, der von der Balkonbrüstung herabfalle, bis hin zu Schimmelbefall und maroden Wänden - von denen einige möglichst kurzfristig beseitigt werden müssten, sagt Wolfgang Heuer. Die Nutzungsqualität der mit Kohleöfen beheizten Wohnungen sei denkbar gering. Für die Stadt werde es wohl langfristig notwendig sein, ein einfaches Wohnangebot für Obdachlose anbieten zu müssen. Nach Lage der Dinge sei es vermutlich wirtschaftlicher, neu zu bauen statt die Anfang der 60er Jahre erbauten Heime zu sanieren und ständig zu flickschustern, sagt Heuer. Doch um eine solche Entscheidung zu treffen, seien Zahlen und Fakten notwendig. Die erhofft sich der Chef der SPD-Ratsfraktion von einer Prüfung, die derzeit von der Verwaltung durchgeführt werde.

 

Aus Sicht der Sozialdemokraten, so Heuer weiter, mache es vor dem Hintergrund des geplanten Neubaugebiets augenscheinlich Sinn, dass die Obdachlosenunterkünfte auch in Zukunft am Schwarzen Kamp angesiedelt blieben. Ein Wohnangebot für Familien mit Kindern könne möglicherweise besser an anderer Stelle ins Neubauareal integriert werden, so der SPD-Chef im Hinblick auf den anstehenden städtebaulichen Wettbewerb fürs Baugebiet. Auf jeden Fall werde es vor der nächsten Sitzung des Planungsausschusses zum Schwarzen Kamp fraktionsübergreifende Gespräche geben, um eine konsensfähige Entscheidung zur Frage ?Abriss oder Neubau?? herbeiführen zu können.

 

Die Diskussion um die maroden Wohnheime am Schwarzen Kamp scheint die Politik derzeit besonders stark zu beschäftigen: Am gestrigen Dienstag fand sich auch eine Abordnung der Linken um die Bundestagsabgeordnete Kathrin Vogler zu einem Vor-Ort-Termin in Mecklenbeck ein.

 

Thomas Schubert, Westfälische Nachrichten - 22.06.2011