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Ein Politiker mit Herz

Mit 300 Gästen feierte gestern Bernd Feldhaus seinen 80. Geburtstag im Kinderhauser Bürgerhaus. Prominentester Redner war Franz Müntefering. Wie Feldhaus erst Messdiener, dann Sozialdemokrat. Sie lernten sich 1972 im westlichen Westfalen kennen, kamen nicht über Marx zuein­ander, sondern ?über die Aufklärung und den Humanismus?, erzählte Müntefering.

Mit 300 Gästen feierte gestern Bernd Feldhaus seinen 80. Geburtstag im Kinderhauser Bürgerhaus. Prominentester Redner war Franz Müntefering. Wie Feldhaus erst Messdiener, dann Sozialdemokrat.

 

Sie lernten sich 1972 im westlichen Westfalen kennen, kamen nicht über Marx zuein­ander, sondern ?über die Aufklärung und den Humanismus?, erzählte Müntefering. Das Wichtigste für beide, schon vom Elternhaus aus: die Nächstenliebe. Liberalität und der Einsatz für die politische Basis von Solidarität, einte sie. ?Wir erkannten uns, als Münsterländer und Sauerländer.? Müntefering dankte Feldhaus für sein politisches Wirken: ?Darauf kannst du stolz sein.?

 

Wenig später meldete sich der nächste ehemalige Messdiener zu Wort - Wolfgang Heuer: ?Du bist ein echter Politiker, denn der hat Herz. Die Menschen spüren das?, wandte er sich an Feldhaus, Video-Grüße gab es von Svenja Schulze und Christoph Strässer. Anna Boos dankte Feldhaus für sein Wirken im Namen der münsterischen SPD.

 

Viele Redner lobten Feldhaus als gut organisiert und erwähnten augenzwinkernd sein Bierdeckel-System. Wünsche und Bitten, die er dort notiert habe, seien, wenn eben möglich, erfüllt worden. Wohlorganisiert und vorausschauend - das konnte Müntefering nur bestätigen: Er habe seine Einladung zum gestrigen Geburtstag schon am 29. April 2009 erhalten.

 

Pfarrer Egbert Reers erzählte am Rande der Feier, dass er durch Bernd Feldhaus das einzige Mal in seinem Leben vor Gericht gestanden habe. Feldhaus hatte es möglich gemacht, dass vor dem Verwaltungsgericht über die zuvor abgelehnte Erweiterung des Kinderhauser Friedhofs verhandelt wurde. Es gab einen Kompromiss. ?Wir konnten noch mal erweitern.? Reers betonte: ?Ohne Feldhaus wäre der Kinderhauser Friedhof schon lange dicht gewesen.?

 

 

KATRIN JÜNEMANN, WN, 17.10.2010

 

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Bernd Feldhaus: Einer, der die Menschen gern hat

 

Er ist dankbar, in der längsten Friedensphase Deutschlands zu leben. ?Ich habe Kindheitserinnerungen an Krieg, die sind schlimm genug?, sagt Bernd Feldhaus. Am Sonntag wird er 80. Persönliche Wünsche hat der ehemalige langjährige SPD-Landtagsabgeordnete, Ehrenvorsitzender von Westfalia Kinderhaus, Gründer der Agentur Deutsche Einheit Münsterland (Adem), keine.

 

Wichtigste Bezugspersonen in seinem Leben seien seine Kinder, seine Familie. Seine Tochter Bettina lebt in Bremen und ist mit einem Türken verheiratet. ?Das gefällt mir, eine Brücke zwischen Orient und Okzident.? Die Zwillinge Rosi und Markus leben hier, sind da und nah, sagt Feldhaus, der seit Langem jeden Tag mit dem Morgenspaziergang beginnt.

 

Er führt ihn vom Knapp aus der Haustür zum Max-Klemens-Kanal. Nach einem Blick in die Runde und auf die Windräder im Nordwesten begrüßt Bernd Feldhaus den Morgen, dann die Kinder, dann die Freunde: ?Ich zähle etliche Namen auf?, sagt Feldhaus lächelnd. Den Schluss bilden die Nachbarn. Es ist ein Ritual, eine Verortung, eine Vergewisserung: ?Ich sammele mich.? Zurück im Haus wird gefrühstückt, auf dem Stuhl am Küchentisch, von dem aus der Blick aus dem Fenster auf die Bahnlinie fällt. Jene Bahnlinie, die ihn während des Studiums von Vreden über Stadtlohn und Burgsteinfurt nach Münster brachte. ?Der Zug hielt an jeder Milchkanne - und dann auch noch dort drüben am Kinderhauser Bahnhof.? Damals konnte er noch nicht wissen, dass Kinderhaus einmal sein Zuhause werden würde, dass er dort Vorsitzender, später Ehrenvorsitzender des SC Westfalia werden würde. Dass vieles in seinem Leben von dort aus seinen Anfang nehmen würde.

 

Das Wichtigste für Bernd Feldhaus in seinem dritten Lebensabschnitt waren seine Jahre als Geschäftsführer der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik in Brandenburg, das Engagement beim Aufbau in der ehemaligen DDR. Später gründete er in Münster die Adem, die heute West-Ost-Forum heißt und von seinem Nachfolger Michael Tillmann fortgeführt wird.

 

Jungen Menschen, die sich heutzutage auf ihren Weg durchs Leben machen, würde er den Rat geben, an sich selbst zu glauben und Hilfe anzunehmen.

 

Mit seiner Familie, mit Freunden und Weggefährten und denen, die sich ihm verbunden fühlen, feiert er morgen seinen Geburtstag im Bürgerhaus. Mit Jazz von Daniel Paterok und sicher auch der einen oder anderen Rede. Dennoch: ?Ich brauche nicht geehrt zu werden?, sagt Bernd Feldhaus. ?Das habe ich alles gehabt.? Seinen Weg vom Messdiener zum Sozialdemokraten hat er jüngst in einem kleinen Buch nachgezeichnet.

 

Er möchte in Erinnerung bleiben als einer, ?der die Menschen gern hat?.

 

KATRIN JÜNEMANN, WN, 15.10.2010

 

Geburstagsempfang zu Ehren von Bernd Feldhaus am Sonntag, 17.10., 10.00 Uhr, Bürgerzentrum in Kinderhaus, Idenbrockplatz 8