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Die "Schleife" in Kinderhaus braucht das Leitbild von morgen - Wolfgang Heuer im Begegnungszentrum Sprickmannstraße

Sie machen sich Sorgen ? große Sorgen. Um Kinderhaus, um das Viertel, um die Nordwestschleife. Als am Abend die Zuhörer der von den Sozialdemokraten organisierten Informationsveranstaltung das Begegnungszentrum Sprickmannstraße (BGZ) verlassen, haben sie sich eines geschworen: Die Wohnsituation im Quartier muss zum öffentlichen Dauer-Thema werden. OB-Kandidat Wolfgang Heuer will bereits in der nächsten Sitzung des von ihm geleiteten Planungsausschusses damit beginnen. (echo-muenster.de)

Sie machen sich Sorgen ? große Sorgen. Um Kinderhaus, um das Viertel, um die Nordwestschleife. Als am Abend die Zuhörer der von den Sozialdemokraten organisierten Informationsveranstaltung das Begegnungszentrum Sprickmannstraße (BGZ) verlassen, haben sie sich eines geschworen: Die Wohnsituation im Quartier muss zum öffentlichen Dauer-Thema werden.

 

OB-Kandidat Wolfgang Heuer will bereits in der nächsten Sitzung des von ihm geleiteten Planungsausschusses damit beginnen: ?Künftig?, prophezeit er dem Publikum, ?steht es regelmäßig auf der Tagesordnung? ? um zu verhindern, dass sich vor Ort eine noch gravierende Zuspitzung der Lage ergibt.

 

Fluktuation und Leerstände

 

Wie der Ratsherr erläutert, existieren auf der einen Seite die renovierten, die intakten Gebäude, überdies komplett vermietet. Sie befinden sich im Besitz der Unternehmen Sahle, Wohn + Stadtbau sowie Wohn-Sieger. Auf der anderen Seite jene Häuser, die laut Heuer aber zusehends verfallen würden ? mit den bekannten, negativen Folgen: ?Hohe Fluktuation und zahlreiche Leerstände?. Immobilien, bei denen wiederum die Investmentfirmen Babcock + Brown (630 Wohnungen) bzw. Nau Real Estate Group (55) zuständig sind. Dass sich die mit Investitionen bei den insgesamt 685 Einheiten tunlichst zurückhielten, so kolportieren es die Redner während der Zusammenkunft häufiger, sei nicht verwunderlich: die aktuelle Flaute auf den Finanzmärkten schaffe erheblichen Druck.

 

Was drinnen, in den Trakten selbst, massive Kritik auslöst, schildern dann Anrainer: ?Da sind Heizungen defekt, Türen bzw. Fenster marode, an den Wänden bildet sich Schimmel, in den Fluren liegt haufenweise Dreck."

 

Und die Nebenkosten? Ungewöhnlich hoch, da es an der Isolierung fehle - nur einige Punkte auf einer langen Liste. Für Heuer, der während der Diskussion deutliche Worte findet, ein klares Manko. ?Hier sind Eigentümer ihrer sozialen Verantwortung nicht nachgekommen.? Doch die Problematik eigne sich ?gar nicht? für Wahlkampf-Debatten. Vielmehr gelte es ?parteiübergreifend? Visionen auszutauschen, in welche Richtung sich das gesamte Areal perspektivisch weiter entwickeln solle.

 

Bauliche Verbesserungen

 

"Um jetzt konkret den Druck zu erhöhen, ist notfalls eine so genannte Sanierungssatzung erforderlich. Damit werden die Eigner u.a. gezwungen, Rechenschaft abzulegen.? Doch bisweilen, der SPD-Mann musste es im Fall Nau miterleben, kämen noch nicht einmal Gespräche zustande. Dass die Luxemburger Gesellschaft BGP für Babcock + Brown nun kurzfristig Aufwendungen von 1,5 Millionen Euro signalisiert habe, um bauliche Verbesserungen einzuleiten, bezeichnet Heuer als richtigen Schritt. ?Der Anruf des Geschäftsführers hat mich kurz vor dieser Sitzung erreicht.?

 

Zu überlegen sei allerdings, was ein solcher Betrag letztlich bewirke ? in Anbetracht des immensen Sanierungsstaus. ?Auf Dauer?, argumentiert Theo Sträßer, früherer Fraktionschef bei den Genossen, ?führt kein Weg daran vorbei ? die betreffenden Blocks gehören in andere Hände.? Damit sie von einem hiesigen Konsortium erworben werden könnten, seien geräuschlose Verhandlungen notwendig. Darüber rede man aber nicht coram publico, sonst steige mit jeder weiteren Bemerkung am Ende noch der Preis. ?Ein schwieriger Prozess?, weiß der Routinier - trotzdem unabdingbar. Die Landtagsabgeordnete Dr. Anna Boos erinnert daran, gesetzliche Spielräume auszuschöpfen, zudem Fördermittel aus Berlin und Düsseldorf abzurufen. Übrigens: Ihren MdL-Kollegen, den Vorsitzenden des nordrhein-westfälischen Fachausschusses, hat sie am 20. April in den Stadtteil eingeladen, um auch ihm die komplizierte Angelegenheit zu erläutern.

 

Ganzheitliche Konzepte

 

Andere Gäste bemängeln, dass man in der Vergangenheit viel zu häufig im Stich gelassen worden sei. ?Was sich gegenwärtig abspielt, ist katastrophal?, klagt eine Besucherin - und fordert ganzheitliche Konzepte. ?Genau das?, formuliert Heuer den Schlusssatz, ?was ich eingangs mit dem Leitbild meinte? - eine Art Rahmenplan, bei dem Politiker und Bürger gemeinsam skizzieren, wie sie sich die ?Schleife? von morgen wünschen. Angefangen bei architektonischen Veränderungen für eventuell abgestufte Geschosshöhen bis hin zu aufgewerteten Infrastrukturen für die Lebensqualität.

 

?Wir bleiben dran?, sagt Lothar Esser, der Vorsitzende des Fördervereins für das BGZ, ?bleiben hartnäckig.?

 

Wolfgang Halberscheidt (auch Foto)

echo-muenster.de