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Bahnhofs-Neugestaltung: Breite Zustimmung - und offene Fragen

Quer durch alle politischen Lager sind die Pläne der Deutschen Bahn, am Hauptbahnhof ein neues Empfangsgebäude zu errichten, grundsätzlich begrüßt worden. So richtig Feierlaune mochte am Tag nach der Präsentation jedoch nicht aufkommen - dafür gibt es nach Einschätzung der Kommunalpolitiker noch zu viele offene Fragen. (WN, 01.04.2011)

Quer durch alle politischen Lager sind die Pläne der Deutschen Bahn, am Hauptbahnhof ein neues Empfangsgebäude zu errichten, grundsätzlich begrüßt worden. So richtig Feierlaune mochte am Tag nach der Präsentation jedoch nicht aufkommen - dafür gibt es nach Einschätzung der Kommunalpolitiker noch zu viele offene Fragen.

 

?Richtig jubeln werde ich erst, wenn Bauunternehmen beauftragt werden?, betont CDU-Vorsitzender Stefan Weber mit Blick auf vergangene Enttäuschungen. Seine Partei treibt unter anderem die Sorge um, ob im neuen Gebäude lokale Händler ausreichend Berücksichtigung finden. Für SPD-Fraktionschef Wolfgang Heuer sind die Bahn-Pläne ?ein riesiger Schritt vorwärts?.

 

 

Die gläserne Fassade des Neubaus muss nach seiner Einschätzung jedoch noch überarbeitet werden. Zudem sollte der Fünf-Millionen-Zuschuss der Stadt, für den sich der Planungsausschuss am Mittwochabend einstimmig aussprach, erst dann an die Bahn überwiesen werden, wenn auch die Entwicklung der Ostseite abgeschlossen ist.

 

Auch die Grünen sehen noch Klärungsbedarf. Das an der Ostseite geplante Fahrradparkhaus sollte 3000 bis 4000 Plätze haben - und nicht, wie von der Bahn vorgesehen, 1500, betont Fraktionschef Hery Klas. Für eine möglichst schnelle Umsetzung der Bahn-Pläne macht sich FDP-Fraktionschefin Carola Möllemann-Appelhoff stark. Auch die Linkspartei begrüßte gestern den Entwurf grundsätzlich.

 

Unterdessen hat ein Bahn-Sprecher noch einmal unterstrichen, dass die Mittel für das Vorhaben zur Verfügung stehen werden. Voraussetzung sei, dass der Rat den städtischen Zuschuss bewilligt. Für einen Acht-Millionen-Euro-Zuschuss vom Bund gebe es bereits ?positive Signale?.

 

Die Bahn will aus dem eigenen Etat 19 Millionen Euro bereitstellen. Bei den Wirtschaftlichkeitsberechnungen habe das Unternehmen sowohl Mieteinnahmen als auch den Erlös aus dem geplanten Verkauf des Ostseiten-Grundstücks an einen Investor berücksichtigt. ?Ob dieser Verkauf vor oder nach Baubeginn auf der Westseite erfolgt, können wir noch nicht sagen?, so der Bahn-Sprecher.

 

Die Bahn kann sich an dieser Stelle unter anderem ein Hotel vorstellen - auch diese Idee stieß gestern quer durch die politischen Lager auf Zustimmung. ?Der Drei- und der Vier-Sterne-Bereich sind allerdings definitiv gesättigt?, betont Dehoga-Geschäftsführerin Renate Dölling. Sie sieht eher Chancen für ein Hotel ?im Niedrigpreissegment?.

 

Der Planungsausschuss stimmte am Mittwoch zudem - ebenfalls einstimmig - für zwei Änderungsanträge. Die CDU fordert, bei der Auswahl der Bahnhof-Mieter auch lokale Händler zu berücksichtigen. Und die SPD möchte, dass die Verträge zwischen Stadt und Bahn vor der Unterzeichnung dem Planungsausschuss präsentiert werden.

 

Martin Kalitschke, Westfälische Nachrichten - 01.04.2011