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Sport News

Chance für Preußen und für die Stadt

Ob und an welchem Standort Preußen Münster ein neues Stadion bekommen kann, beschäftigt zurzeit nicht nur viele Fans, sondern auch die Politik. Die vorgelegten Zahlen der Stadt Münster erschienen vielen zu hoch. Jetzt hat die SPD-Ratsfraktion nochmal genau nachgerechnet. Das Fazit ist vernichtend: "Die Zahlen halten einem Realitätstest nicht stand," so Fraktionsvorsitzender Michael Jung. Doch selbst mit den erhöhten Zahlen wäre ein Neubau für die Stadt kostenneutral möglich.

"Bei den uns vorgelegten Planungen sind die Kosten bewusst hochgetrieben worden," ist sich Michael Jung sicher. Als Beispiel führt er die Berechnungen der benötigten Parkplätze an. So hat die Verwaltung für den Standort Stadthafen 2 knapp 4.800 Parkplätze berechnet, an der Steinfurter Straße über 7.800 Plätze und im Hansa-Business-Park sogar fast 9.000 Parkmöglichkeiten. Die Kosten beziffert die Stadtverwaltung dabei zwischen 22 und 37 Millionen Euro. Auch, weil über 3.000 Plätze als Parkhäuser gebaut werden sollen. "Schaut man sich andere Stadien im gleichen Baurecht an, zeigt sich wie erhöht die Zahlen sind," so Jung. Demnach hat die Arena des MSV Duisburg nur 2.500 Parkplätze und selbst Erstligist TSG Hoffenheim hat in Sinsheim weniger als 5.000 Parkplätze. (zur Facebook-Grafik)

Info-Seite: Preußenstadion

Das man glaubwürdiger rechnen kann, zeigt die Berechnung des SPD-Vorschlags. Die SPD hatte vorgeschlagen, dass nach dem Bau eines neuen Stadions die Flächen an der Hammer Straße für Wohnungen genutzt werden. Bis zu 4000 Wohnungen können hier gebaut werden und so ein neues zentrales Stadtviertel entstehen, dass Münster dringend benötigt. Laut Stadt Münster ist der Bodenrichtwert des aktuellen Stadiongeländes an der Hammer Straße mit 42 Millionen Euro berechnet. In der Bilanz müssen die bestehenden Gebäude, Tribüne und Einrichtungen einmalig abgeschrieben werden. Dieser Wert beträgt zurzeit 8,3 Millionen Euro. Ergibt ein Plus von 33,7 Millionen Euro.

Pressespiegel: Westfälische Nachrichten   Pressespiegel: Antenne Münster

Die Kosten für alle Infrastrukturmaßnahmen rund um einen Stadionneubau zum Beispiel am Stadthafen 2 betragen laut Berrechnung der Stadt 34,6 Millionen Euro. "Und dabei handelt es sich um die hochgerechneten Kosten der Stadt," betont Jung. Selbst dabei kommt es fast zur Kostenneutralität für den städtischen Haushalt. "Wenn dadurch gleichzeitig noch neuer Wohnraum entsteht ist ein Stadionneubau nicht nur eine große Chance für Preußen sondern für die ganze Stadt."

Philipp Hagemann, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion kann dem nur beipflichten: "Sollte der bisherige Standort erhalten bleiben, müsste die Stadt selbst ihre Sportfläche an der Hammer Straße sanieren." Ob dafür ausreichend Geld zur Verfügung steht, ist zurzeit unsicher. "Bei Tradition, Fans und Potenzial ist Münster ganz vorne. Bei der Infrastruktur ganz hinten," so Ratsherr Hagemann. Ein modernes Stadion mit Familienblock, Rollstuhlblock und ähnlichen Vorraussetzungen kann an der Hammer Straße nicht entstehen. Das der Verein selbst ein neues Stadion finanzieren möchte, zeigt laut Hagemann, wie ernst wir die Wünsche und Ideen der Verantwortlichen nehmen können. "Die Stadt muss jetzt für Planungssicherheit sorgen. Alles andere ist ein Armutszeugnis für die Stadt und den OB", so Hagemann abschließend.