Auf Antrag der SPD darf die Bibliothek in diesem Jahr mehr Bücher und andere Medien anschaffen. (Foto: Stadt Münster)
50 000 Euro mehr für neue BücherSPD, Grüne und Linke geben derzeit in der Kulturpolitik den Takt vor. Das wurde gestern Abend in der Sitzung des Kulturausschusses mehr als deutlich. Gleich reihenweise wurden Veränderungen gegenüber dem Ursprungsetat nach folgendem Strickmuster abgearbeitet: SPD, GAL und Linke dafür, FDP dagegen, Enthaltung in Reihen der CDU.
Im Detail gingen so folgende Beschlüsse über die Bühne:
» Um 50 000 Euro wächst der Medienetat der Stadtbücherei. Auf Antrag der SPD darf die Bibliothek in diesem Jahr mehr Bücher und andere Medien anschaffen. Die schwarz-gelbe Sparpolitik der vergangenen Jahre, so der SPD-Ratsherr Philipp Gabriel, habe dazu geführt, dass rund 20 000 Bücher im Bestand der Stadtbücherei fehlen würden. Jetzt müsse gegengesteuert werden.
» 25 000 Euro zusätzlich stellt die Stadt dem Theater Titanick bereit. Mit dieser Geldspritze soll das Theater die Möglichkeit erhalten, einen Betrag in gleicher Höhe beim Land einzuwerben.
» 15 000 Euro zusätzlich werden der Filmwerkstatt zur Verfügung gestellt.
» Auf 12 000 Euro zusätzlich darf sich das Puppentheater Charivari freuen. Dieses Theater, erklärte der GAL-Ratsherr Tim Rohleder, sei ohne öffentliche Förderung in seiner Existenz gefährdet.
Keine Zustimmung im Kulturausschuss fanden Anträge des Vereines Kaktus, des Theaters Theama, des Wolfgang-Borchert-Theaters sowie der Türkisch-Islamischen Union.
Die eigentlich für gestern geplante Beratung über die neue Finanzformel der Städtischen Bühnen wurde auf Antrag der SPD-Ratsfraktion in die Aprilsitzung geschoben. Die Verwaltungschefin der Städtischen Bühnen, Rita Feldmann, erhob keine Bedenken. Um Planungssicherheit für die Spielzeit 2011/2012 zu haben, genüge eine Beschlussfassung bis Ende April.
Das vorliegende Papier sieht Einsparungen in Höhe von jährlich 200 000 Euro vor. Gemessen an einem Jahreszuschuss in Höhe von über 18 Millionen Euro halten Insider diesen Einschnitt für moderat.
Klaus Baumeister - Westfälische Nachrichten, 05.03.10