05.03.2010

Schülerticket
Auch in Rostock gibt es ein rund um die Uhr gültiges Schülerticket für Schule, Freizeit und Ferien.

Weg mit einem "verwirrenden System": SPD macht sich für einheitliches Schülerticket stark

Auf der Ratssitzung in zwei Wochen wird die SPD für ein einheitliches Schülerticket plädieren. Aus gutem Grund – bezeichnen doch die Sozialdemokraten Michael Jung, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, und Thomas Fastermann, verkehrspolitischer Sprecher, die aktuelle Situation in Münster als „geradezu verwirrend“.

Beide nennen Fakten – als Beleg: „Das derzeitige System ist ein Wust aus lauter Bürokratie“, befindet Jung. Nur Grundschüler, die mehr als 2,5 Kilometer von ihrem Unterrichtsort entfernt wohnen, bekommen die Hin- und Rückfahrten erstattet. Für die Sekundarstufen I und II liegt die Grenze sogar noch höher. Und in Zeiten von G8 , kritisieren die Kommunalpolitiker, blicke doch kein Busfahrer mehr durch, ob jemand gerade aus dem Klassenzimmer oder dem Kino komme. Deshalb fordern die Zwei eine genormte Fahrkarte für alle: Rund um die Uhr gültig, ohne Kilometer-Beschränkung, und vor allem sozial ausgerichtet. Soll heißen: erschwinglich und für Großfamilien ermäßigt.

Marktanalyse

Mit etwa 25.000 Schülern als potenziellen Nutzern sei die Idee bei maximaler Verbreitung sogar kostendeckend, betont Jung. Deshalb läuft das Konzept am Ende auf die Gretchenfrage hinaus: Ist das Abo wirklich erwünscht? Hier folgt die SPD dem Ansatz der AStA-Abstimmungen an den Universitäten und will es in einer Marktanalyse geklärt wissen. Momentan leisten sich längst nicht alle Eltern das Schulticket für ihre Kinder.

Fastermann jedoch hält den Preis von maximal 10 Euro im Monat für ein Schnäppchen – selbst für jene, die unterhalb der 2,5 Kilometer-Distanz liegen. „Wenn wir als langfristige Perspektive bis ins Umland hinein erweitern, erhält der öffentliche Personennahverkehr dadurch wichtige Impulse“ - die Umwelt übrigens auch.

Landesweite Mobilität

Der Vorschlag aus dem Roten Haus an der Münzstraße folgt dem Beispiel zahlreicher anderer Kommunen in Nordrhein-Westfalen, die ein ähnliches Angebot für ihre Schüler geschaffen haben. Auch die Studenten profitieren bereits von landesweiter Mobilität, an den Fachhochschulen beispielsweise tritt die neue Fahrkarte zum Sommersemester in Kraft. Sollte der Antrag durchkommen, wird das Ticket laut Jung/Fastermann ab 2011 in Münster wohl realistisch sein.

(Koe) www.echo-muenster.de



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